Diese Spielzeit war auch ein Chnorz bisher. Gegen Olten stand schon das neunte Saisonspiel an und noch immer waren die Luzerner Blauhemden sieglos. Chronisten bemühten sich nach jedem verlorenen Spiel zu berichten, dass man nicht chancenlos sei und dass einfach noch die letzte Konsequenz fehlte, um die zum Teil guten Leistungen in Zählbares umzumünzen. Es gab bisher nur eine Partie, die man unter völlig chancenlos und um Längen unterlegen abbuchen musste: das Auswärtsspiel in Olten. Damals wurde man von der ersten Minute an überrannt, die schnellen, agilen und unheimlich konsequenten Oltner spielten für die SG in einer anderen Liga. Dies erging nicht nur den Stadtluzernern so, die ganze Liga musste sich bisher ausnahmslos den jungen Spielern aus der Eisenbahnerstadt beugen. Der Befreiungsschlag war also nicht für dieses zweite Novemberwochenende geplant. Doch unbeschwert aufspielen konnte die SG…
Die SGler nahmen sich in der Kabine vor, nach einer guten Trainingswoche mit beeindruckender Trainingsspielleistung gegen die NLB-Truppe aus Stans, gegen Olten guten Handball zu zeigen und nicht aufs Ergebnis zu schauen. Man wollte weiter das Zusammenspiel verfeinern und als Mannschaft weiterkommen. Die Blauen begannen gut. Man konnte das Tempo mitgehen und besonders in der Defensive den Oltnern regelmässig den Schneid abkaufen. Die Scoring-Verantwortung verteilte sich auf mehrere Schultern, die SG konnte bis zur Halbzeitsirene an den Gästen dranbleiben, 14:14 stand es nach dreissig Minuten, auch dank dem Last-Minute-Treffer übers ganze Feld von Goalie Raoul Iten.
In der Kabine getraute sich noch niemand von einem allfälligen knappen Schlussresultat zu sprechen, man wollte sich weiter treu bleiben, auf sich selber schauen. Die zweite Halbzeit kam gut. Hinten legte die Abwehr zu, vorne zeigte sich die von Captain Flavio Gnos gelenkte Offensive weiter breit aufgestellt und auch der Gegenstoss funktionierte. Es konnte sich ein Polster herausgespielt werden. Dass dieses Pölsterchen dann bis zum Schluss hielt, lag zu einem grossen Teil an Goalie Patrick Rast, der in der Schlussphase über sich hinauswuchs und mehrmals mirakulös abwehrte. Der erste doppelte Punktgewinn war Tatsache, grosse Freude in der gutbesuchten Maihofhalle.
Am bemerkenswertesten an diesem ersten Saisonsieg der SG ist, dass dieser Erfolg nicht erzwungen wurde. Man blieb sich selber treu, setzte alle 14 Kaderspieler ein, wovon sich dann auch 12 in die Torschützenliste eintragen konnten. Trainer Ralf Stojan sieht bei seinen Schützlingen eine Entwicklung, die gegen Olten erstmals ihre hart erarbeiteten Früchte trug. So kann es weiter gehen.
SG Pilatus - SG HV Olten 28:25 (14:14)
Luzern Maihof. - 121 Zuschauende. - SR: Schlegel/Steiner.
Strafen: 3 x 2 Minuten SG, 1 x 2 Minuten Olten
SGP: Iten (1), Rast; Baumann Rico (2), Baumann Timo (1), Bühler (4/1), Felber, Gnos (4), Heller (2), Schnetzler (1), Stadelmann (2), Studer (3), Weingartner (2), Wolf (3), Wyss (3).
Bericht: Basil Bühler



