So still erlebten die Stadtluzerner die Chrüzmatt-Halle in Dagmersellen noch nie. Dies lag nicht etwa an leeren Tribünen, denn diese waren wie üblich hervorragend besetzt. Während in der ersten Halbzeit noch laute «Hopp TVD»-Rufe durch die Halle hallten, genoss die SG Pilatus in der zweiten Hälfte ein Heimspiel. Die Luzerner «Hölle Nord» wurde zu einem Tollhaus der Gäste, die das Heimteam nach allen Regeln der Handball-Kunst zerlegten.
Bis zur Halbzeit (12:9) hielt der TV Dagmersellen mit der SG noch einigermassen mit. Bereits in dieser Phase aber hielt sich der gross angekündigte Widerstand der Wiggertaler in Grenzen. Die Deckung der Dagmerseller funktionierte zwar gut. In der Offensive aber hatten sich die Stadtluzerner optimal auf das Spiel des Gegners eingestellt und liessen aus dem Rückraum und vor allem über den sonst starken Kreisläufer wenig zu. Die SG ihrerseits trug die Spielzüge mit viel Dynamik vor und provozierte so auf Dagmerseller Seite viele Fouls. Bereits nach acht Minuten hatten diese drei gelbe Karten kassiert und mussten in der Folge bereits mehrere 2-Minuten-Strafen hinnehmen. Davon profitierte wiederum die SG Pilatus, die ihre Überzahl jeweils geduldig und erfolgreich ausspielte.
Es ist den Stadtluzernern hoch anzurechnen, dass sie nach der Pause genau so konsequent weiterspielten. In früheren Partien kämpfte die SG Pilatus in der Chrüzmatt nach einer Führung regelmässig mit grossen Schwierigkeiten. Doch in diesem Spiel waren die Kräfteverhältnisse für einmal klar. Die SG spielte eine Klasse besser. Fabio Hess dirigierte das Spiel, setzte seine Spieler variabel ins Szene und erzielte selber 7 Tore. Mit Mühlebach und Vögtli auf der rechten Angriffsseite überzeugten die beiden jungen Linkshänder und erzielten zusammen 12 Tore. Und auch auf den übrigen Positionen erzielte die SG immer wieder Tore. So ging der TV Dagmersellen schliesslich diskussionslos mit 19:34 unter.
Am nächsten Samstag kommt es in der Horwerhalle nun zum Spitzenkampf. Die SG Pilatus trifft dabei auf den BSV Stans (Anspiel um 15.15 Uhr). Die Nidwaldner sind bisher ebenfalls unbezwungen (mag).
TV Dagmersellen – SG Pilatus 19:34 (9:12)
SGP: Wenger, Schnyder (n.e.); Bucher, Gautschi (4), Flavio Gnos, Häberli (1), Hermann, Hess (7/1), Huber, Muff (6/4), Mühlebach (7), Riederer (3), Sämi Stadelmann (1), Vögtli (5).
Bemerkungen: SGP ohne L. Stadelmann und Scherer (beide verletzt).



