Tabellenführer stürzen 3.0, dies war das Ziel der SG, nachdem man mit Yverdon und Genf in den letzten Spielen die vormaligen Klassenkrösusse vom Thron werfen konnte. Also war nun der Nachbar aus Emmen an der Reihe, der mit seinem hochgerüsteten Team diese Spielzeit neue Ansprüche entwickelte und den Aufstieg in die NLB anvisiert. Die SG, mit dem Ziel gestartet sicher mal die Klasse halten zu wollen, wollte als Aussenseiterin wie schon die letzten Spiele einen grossen Fight in der Abwehr und Tempohandball auf die Platte bringen.
Die Partie startete ausgeglichen, nach 17 Minuten stand es 7:7. Danach schienen dann aber die Unparteiischen überfordert mit der hitzigen (aber nie nur annähernd unfairen) Derby-Stimmung. Sie sprachen in 40 Sekunden gleich 3 Strafen gegen die SG aus, unter anderem eine Bankstrafe. Schade so was, nimmt man so doch unserem Sport die Emotionen und greift unnötigerweise in ein bis dahin geiles Derby entscheidend ein. Umso höher ist die Leistung der – verbleibenden – SG-Feldspieler zu bewerten, die nur mit zwei Toren Rückstand aus dieser Phase der numerischen Ungleichheit gingen. Bis zum Ende der ersten Halbzeit musste man dann Emmen noch auf drei Tore-Differenz wegziehen lassen, dies besonders aufgrund einer ungewohnt löchrigen Abwehr. 15 Tore in einer Halbzeit hatte man schon lange nicht mehr hinnehmen müssen.
Auch die zweite Halbzeit startete ausgeglichen, was aber heisst, dass der Vorsprung der Emmener lange in der gleichen Form wie in der Pause bestehen blieb. Das letzte Aufbäumen der Gäste aus dem Maihof erfolgte dann fünf Minuten vor Ende der Partie, als Manuel Gautschi den Anschlusstreffer erzielen konnte. Doch die Morgenluft verstrich schnell wieder als die Emmener in Person ihrer Topskorer Huwiler und Ravlija den Sack zu ihren Gunsten zumachten.
Diese beiden Spieler waren auch der Hauptgrund für den Sieg der Emmener, kriegte die Gästeabwehr (inklusive Torhüter) die beiden doch während der gesamten Spielzeit nie in den Griff. Handkehrum konnte man offensiv nicht mit gleicher Effizienz gegenhalten. Aa dieser Niederlage ist spannenderweise zu beobachten, dass Pausen im Spielbetrieb den jungen SG-Akteuren überhaupt nicht zu passen scheinen: Nach grösseren Pausen wie der Sommerpause oder den Weihnachtsferien startete man jeweils inferior in die folgenden Spiele, um dann über mehrere Runden Sicherheit zu gewinnen. Auch vor dem Emmenspiel durfte man über die Osterferien zwei freie Wochenenden verleben und das folgende, hier besprochene, Spiel wurde leider verloren. Die Pause war aber im Vergleich zu den anderen ziemlich kurz, es ist also zu hoffen, dass die SG am Samstag in Olten wieder zum Siegen zurückfindet.
Handball Emmen - SG Pilatus Handball 30:26 (16:13)
Emmen Rossmoos. 250 Zuschauende. SR: Meienberg/Widmer
Strafen: 3 x 2 Minuten Emmen, 6 x 2 Minuten SGP
SGP: Schnyder, Rast; Büchler, Bühler, Burch, Delchiappo (1), Ehrler (1), Gautschi (2), Basil Gnos (2), Flavio Gnos (4), Hermann (1), Korac (1), Mühlebach (9/2), Stadelmann.
Bericht: Basil Bühler



