Es kamen alte Freunde zurück in die Maihofhalle: Mit Trainer Heinz Fuhrimann und „Laufwunder“ Fabian Häberli führen zwei Mannen mit verdienter SG-Vergangenheit das Team der Emmener an. Ein Team aus der Luzerner Agglomeration, das zur neuen Saison die 1. Liga-Tabelle auf den Kopf gestellt hat. Es grüsst nämlich von ganz oben, während es die letzten Jahre traditionell eher unten anzutreffen war. Dies war möglich mit einer umfassenden Aufrüstung der Emmener im Sommer, im Zuge derer besonders der Rückraum personell verstärkt wurde. Da auch die SG im Sommer einen Umbruch erlebte, dieser aber der SG-Philosophie entsprechend eine Verjüngung war, waren vor dem Spiel gegen Emmen die Vorzeichen beim Reuss-Derby umgekehrt als in den Jahren davor. Die Underdogs aus Luzern probierten den Platzhirsch ein bisschen weiter unten am Flusslauf zu ärgern.
Die Partie begann umkämpft. In den ersten Minuten konnte sich keines der Teams eine Führung erarbeiten. Schnell wurde klar, dass die Unparteiischen am Samstag eine sehr zurückhaltende Linie wählten, also auch rigoroses Verteidigen tolerierten. Die Mannen der SG mussten sich kurz daran gewöhnen, konnten dann aber gut gegenhalten und fanden sich über 60 Minuten gut zurecht mit dem physischen Spiel, was auch nicht immer Tradition für die Spieler im blauen Dress war. Das Score war auch noch zur Pause sehr ausgeglichen, jedes Tor auf beiden Seiten war hart erarbeitet. Dies lag zum einen an den erwähnt hart zupackenden Verteidigungsreihen, zum anderen aber auch an zwei starken Tormännern. Auf der Seite der SG gilt es auch diesen aus einem starken Kollektiv hervorzuheben. Kayoum Eicher (laut Ticker 58% Fangquote) bot in der zweiten Hälfte eine formidable Leistung und ebnete den Weg für ein positives Resultat. Dieses erkämpfte sich die SG in der Schlussphase nach einer über die ganze Spielzeit umkämpften Partie. Nach einer letzten geglückten Abwehraktion stand der knappe Sieg fest. Über die ganze Partie beeindruckend zu sehen war, wie kollektiv geschlossen die junge Mannschaft diesen Sieg erkämpfte. Trainer Ralf „Stoni“ Stojan konnte mit dem gesamten Aufgebot den Emmern gegenhalten, ohne dass nach Wechseln Qualität verloren ging. 14 SG-Akteure erkämpften diesen Sieg als homogene Einheit.
Dass dieser Sieg nicht ausgelassen gefeiert wurde, lag an den noch offenen Fragen in der Tabelle der 1. Liga Gruppe 2: Die SG Pilatus steht zurzeit auf dem Tabellenrang 6, Rang 4 befähigt zur Qualifikation für die Finalrunde. Auf Rang 4 steht Olten mit einem Punkt Vorsprung auf die SG, auf Rang 3 Dagmersellen mit zwei Punkten Vorsprung und dem deutlich schlechteren Torverhältnis. Die Situation vor dem letzten Spieltag sieht nun so aus: Während die SG ihr Spiel gegen Pratteln (die ihrerseits auf Tabellenrang 5 stehen und selber noch Chancen auf die Finalrundenqualifikation haben) sowieso gewinnen muss, muss auf eine Niederlage von entweder Olten (gegen Muotathal) oder Dagmersellen (gegen Herzogenbuchsee) gehofft werden. Konstellationen, die in dieser verrückten 1. Liga-Gruppe sehr gut möglich sind. Am 16. Dezember ist also Spannung garantiert (Für eure Wochenendplanung: Die SG spielt um 20.15 in der Krauerhalle. Be there!)
SG Pilatus - Handball Emmen 23:22 (12:13)
Luzern Maihof. 125 Zuschauende. SR: Rottmeier/Staunovo
Strafen: 2 x 2 Minuten SG, 1x 2 Minuten Emmen
SGP: Schnyder, Eicher; Rico Baumann (2), Bucher (4), Bühler, Burch, Ehrler (3), Basil Gnos (2), Flavio Gnos (2), Hermann (5), Korac (2/1), Mühlebach (2), Stadelmann (1), Studer
Bericht: Basil Bühler



