Am Schluss gab es eine Rudelbildung am Mittelkreis. Die Schiedsrichter hatten die Partie abgepfiffen, die Resultattafel zeigte 24:23. Das Verliererteam echauffierte sich laut wegen Schiedsrichterleistung und der Gesamtsituation.
Noch vor ein paar Monaten konnte man sich sicher sein, dass dieses enervierte Team blaue Dresses trägt und aus Luzern kommt. Jung und ungestüm zeigte man damals ansprechende Leistungen, vergab dann aber die Resultate in den entscheidenden Minuten. Schuld gab man dann den Schiedsrichtern oder dem Karma oder was auch immer.
Auch am Samstag wäre ein Spiel gewesen, in dem man diverse Gründe für ein schlechtes Abschneiden finden haben könnte. Man trat arg dezimiert an, unter anderem fehlten drei Linkshänder und Abwehrchef Korac, und auch hadern mit der Schiedsrichterleistung wäre möglich gewesen. Zum Beispiel flog schon nach 12 Minuten Torhüter Eicher nach einer schwer diskutablen Entscheidung vom Platz oder das Strafenverhältnis von sieben Strafen gegen die SG gegenüber nur zwei gegen Genf gab Grund zum Stirnrunzeln. Vor ein paar Monaten hätten solche Umstände die SG aus dem Konzept gebracht.
Doch ist seit dieser Zeit schon viel Wasser die Reuss runter geflossen und auch die Handballer vom Maihof machten eine Entwicklung durch. Das Genf-Spiel war das beste Beispiel: Man liess sich von den Umständen nicht den Kampf nehmen und hat mit konsequenter Deckung und selbstbewussten Aktionen im Angriff den Sieg über die Zeit gerettet. Treffsicher zeigten sich drei Rückraum-Rechtshänder. Der formstarke Hermann war für die Durchbrüche besorgt, während die Kanoniere Studer und Basil Gnos mit schönen Toren aus der Distanz zu gefallen wussten. Alles in allem war das Spiel der SG aber nicht schön anzusehen, man „murkste“ eher, als dass man wirklich Handball spielte, doch war dieses „murksen“ im Gegensatz zum früheren „Sterben in Schönheit“ erfolgreich.
Mit dem elften Punkt aus den letzten sechs Spielen liegt die SG nun weiter auf Platz vier der Tabelle, nur zwei Punkte hinter dem Tabellenführer aus Yverdon. Nächstes Spiel wird dann das Spiel in der Emmer Rossmoos sein, schon das vierte Derby diese Saison. Dies wird ein Spitzenduell zweier formstarker Equipen. Davor sind jetzt aber zwei freie Osterwochenenden, Gelegenheit die Knochen zu zählen und sich einzustellen auf die letzten drei Partien der Saison. Wir sehen uns in Emmen!
SG Pilatus – CS Chênois Genève Handball 24:23 (11:9)
Horw Horwerhalle. 50 Zuschauende. SR: Grünig/Nauer
Strafen: 7 x 2 Minuten inkl. rot/blau gegen Eicher (13. min) gegen SGP, 2 x 2 Minuten gegen Chênois
SGP: Eicher, Schnyder; Büchler (2), Bühler (1), Delchiappo, Felber, Basil Gnos (9/2), Flavio Gnos, Hermann (7), Stadelmann (1), Studer (4)
Bericht: Basil Bühler



