Zur Pause stand es 13:8. Es war bis dahin ein komisches Spiel. Die SG startete schlecht, lies Pratteln in den ersten Minuten davonziehen. Man spürte eine gewisse Lethargie, diese wohl dadurch ausgelöst, dass vorher bekannt war, dass Olten zuvor gegen ein schwer dezimiertes Muotathal gewonnen hatte. Damit die SG noch eine Chance auf die Aufstiegsrunde hatte, musste entweder Olten oder Dagmersellen ihre Spiele verlieren und das eigene Spiel gegen Pratteln gewonnen werden. Doch der Ausgang des Spieles der SG drohte obsolet zu werden, die Hoffnungen lagen auf dem Tabellenschlusslicht Herzogenbuchsee, das gegen Dagmersellen die letzte Runde austrug. Obwohl die Luzerner in der ersten Hälfte Pratteln schon hatte distanzieren können, spürte man immer noch eine gewisse Inkonsequenz, die sich zum Beispiel in einer miserablen Chancenauswertung äusserte.
Doch in der Pause änderte sich das gewaltig. So zwei Minuten vor Wiederanpfiff machte in der Krauerhalle die Nachricht die Runde, dass Herzogenbuchsee gegen Dagmersellen dramatisch mit einem Tor gewonnen hatte. Spontaner Jubel war im Hallenrund auszumachen. Auch die Akteure der SG vernahmen die Kunde und schienen verstanden zu haben, dass man jetzt nur noch den Sack in diesem Spiel gegen Pratteln zumachen musste, um eine verkorkste Halbsaison doch noch zu vergolden: In der 45. Minute stand es 24:13, die Pratteler wurden mit Tempo und konsequenter Deckung an eine Wand gespielt. Die SG-ler wollten diese unerwartete Chance unbedingt nutzen und taten dies ohne Wenn und Aber.
Nach dem Schlusspfiff ereigneten sich spontane Jubelszenen, man spürte eine extreme Erleichterung auf der Platte, die Beteiligten herzten sich. Es war das schöne Ende einer Halbsaison, die noch im Oktober so düster begonnen hatte. Nach der Hinrunde befand man sich auf dem drittletzten Platz mit nur vier Punkten aus sieben Spielen. Mit nun mehreren überzeugenden Leistungen in Serie kann man doch noch Finalrunde spielen, was sich dadurch auswirkt, dass man zum einen keine Abstiegsgefahr mehr fürchten muss und zum anderen sich nun mit den Spitzenteams der Westschweiz duellieren darf. Diese sind dieses Jahr CS Chênois Genf, US Yverdon, die Zweite vom BSV Bern Muri und der KTV Visp. Es wird also aufwändige Auswärtsspiele geben. Doch zuerst kommt jetzt aber die Weihnachtszeit, in der in erster Linie Erholung angesagt ist. 14 Spiele warten dann nochmals zwischen Januar und April, dieses Pensum erfordert aufgefüllte Batterien.
Nach diesem letzten Spiel im Jahr 2017 wünscht die Herren der SG Pilatus erholsame Festtage und einen guten Rutsch! (Dazu gehen spezielle Festtagswünsche raus nach Herzogenbuchsee, die mit ihrem Exploit in einem für sie unbedeutenden Spiel gegen Dagmersellen unseren erfreulichen Jahresabschluss möglich machten!) Bis im 2018 in der Halle!
SG Pilatus – TV Pratteln NS 31:23 (13:8)
Kriens Krauerhalle. 50 Zuschauende. SR: Keist/Winkler
Strafen: 5 x 2 Minuten gegen SGP, 3 x 2 Minuten plus Disqualifikation (Oliver, 53.) gegen Pratteln
SGP: Eicher, Schnyder; Rico Baumann (5), Bühler (1), Bucher (2), Delchiappo, Ehrler (2), Basil Gnos (2), Flavio Gnos (4), Hermann (2), Korac (4/2), Mühlebach (8), Stadelmann, Studer (1).
Bericht: Basil Bühler



