Als sich die Mannschaft der SG vor dem Spiel in der Garderobe zusammenfand und begann, sich mit ihrer Matchbekleidung auszurüsten, schaute die medizinische Unterstützung Sabrina Meier kurz auf den Papierbogen mit der zu meldenden Mannschaft und meinte: „Gopfertelli, der Älteste hat Jahrgang 94, ihr seid auch ein Kindergarten ihr“.
Die Mannschaft der M2 ist jung aufgestellt und dies entwickelte sich in den letzten Spielen vom Nachteil zum absoluten Vorteil. Denn in den ersten Spielen musste man sich anhören lassen, dass man zu ungestüm agiere und dass diese Mannschaft zu inkonstant spielt und sich so zu viele Einbrüche erlaubt. Dies mit den Einbrüchen ist immer noch so. Gegen den KTV Muotathal hat man mehrmals respektable Führungen verspielt. Besonders die Deckung inklusive Torhüter hat mit Schwankungen zu kämpfen. Zum Teil scheint da eine Wand zu stehen, an der zu rütteln den Gegnern spezielle Aktionen abverlangt. Doch dann gibt es kurz danach Phasen, in denen sich die Gegner aus dem Umland wohl sehr über ihren Ausflug in die Stadt freuen, denn sie können ungestört ihren Plan vom Tore schiessen verwirklichen, ohne dass einer dieser blauen Gegenspieler sie dabei entscheidend behindert. So erging es auch phasenweise den Muotathalern, die mit viel 1. Liga-Erfahrung antraten und so Freiräume auch effektiv zu nutzen wussten.
Doch hey, was sind Schwankungen, wenn das Pendel am Schluss in Richtung Blauhemden aus dem Pilatusland zeigt? Auch wenn es diesmal denkbar knapp war, gereicht hat es. Man lag noch eineinhalb Minuten vor Schluss 2 Tore zurück und drehte diesen Rückstand noch zu einem Sieg. Als die Crunchtime begonnen hatte und man sich des Rückstandes bewusst wurde, entschieden Gubler und Helfenstein auf der SG-Bank, eine offene Manndeckung zu spielen. Und der Kindergarten zeigte, dass er auch noch in den letzten Minuten die jugendliche Spritzigkeit besitzt, in eineinhalb Minuten dreimal den Ball zu erobern und auch genug abgeklärt ist, diesen dann dreimal in den gegnerischen Maschen zu versenken. Die Erleichterung war gross und der Jubel entsprechend laut. Punkte 5 und 6 sind im trockenen und der SG-Seilschaft hat die Kletterpartie vom Tabellenende ins breite Mittelfeld erfolgreich bestritten.
SG Pilatus – KTV Muotathal 30:29 (13:10)
Maihof Luzern. - 106 Zuschauer - SR: Schmid/Walther
Strafen: keine Strafe SGP, 2 x 2 Minuten Muotathal
SGP: Schnyder, Rast; Augugliaro (3), Baumann (4), Büchler (3), Bühler (1), Burch (6/1), Ehrler (1), Felber, Gnos, Gutzeit (6/2), Heller (1), Schnetzler (1), Studer (3).
Bericht: Basil Bühler



