Die SG Pilatus wurde 2009 gegründet. Was mit einer kühnen Vision begann, hat sich zu einer der besten Junioren-Organisationen des Landes entwickelt. Die stetige Professionalisierung innerhalb der SG Pilatus, aber auch das Zusammenrücken der Innerschweizer Handballvereine, ermöglichten es, den talentiertesten Junioren Leistungssport und Spitzenhandball in der Region zu bieten.
Die Saison 2025/26 war für die Organisation eine ganz besondere, wurden doch gleich drei Titel geholt. Wer glaubt, dass die SG Pilatus nun auf dem Höhepunkt und am Ziel angekommen ist, der irrt. Das Bestreben nach noch besserer Förderung und noch mehr Professionalität ist ungebremst.
SG Pilatus U13-Elite
Die U13 Elite-Junioren erreichten in der Hauptrunde den dritten Rang. Das Team von David Zürcher verpasste den Final mit nur einem Punkt Rückstand auf den Hauptrundensieger und gar nur wegen des schlechteren Torverhältnisses auf den Tabellenzweiten denkbar knapp. David Zürcher wird die U13 auch in der nächsten Saison betreuen. «Es war sehr schade, dass die Jungs nicht an der Finalserie teilnehmen konnten, denn unser Team war meiner Meinung nach das talentierteste der Liga. Es gehört immer auch Glück dazu, wenn es derart knapp ist. Rückschläge sind aber charakterbildend.»
Aus dem U13-Kader werden zehn Spieler auf dieser Stufe bleiben und der Rest in die U15 aufsteigen. «Bei uns wird noch wenig taktisch, dafür umso mehr an den persönlichen Skills und der Athletik gearbeitet.» Das liegt gemäss David Zürcher daran, dass die Teamleistung aufgrund einzelner körperlich überdurchschnittlich entwickelten Spieler relativiert wird. «Wenn man in diesem Alter ein oder zwei 175cm grosse Spieler im Team hat, kann man bereits Meister werden. Diese körperlichen Unterschiede pendeln sich mit zunehmendem Alter wieder ein.» Die U13 trainiert dreimal pro Woche. Zudem trainieren sie einmal im Stammverein, damit die Verbindung aufrecht erhalten bleibt. Die Sportschüler werden zusätzlich in zwei Athletik-Trainings gefordert.
Die U13 ist die Einstiegsstufe in den Leistungshandball. In diesem Alter machen die Junioren enorme Fortschritte, weshalb es sehr wichtig ist, sie bereits intensiv zu fördern. Dabei steht der Spass am Sport und die Herausforderung, sich mit den Besten der Region zu messen, im Vordergrund. Spätere Quereinsteiger haben es sehr schwierig, den Rückstand aufzuholen. Daniel Fellmann ist sportlicher Leiter der SG Pilatus und hält fest, dass es sich bereits auf dieser Stufe um Leistungssport handelt. «Wir müssen die Junioren schon früh in unserer Organisation haben, damit es für unsere Ansprüche reicht. Viele Jugendliche beschäftigen sich in der Freizeit nicht mehr im selben Umfang polysportiv, wie das früher der Fall war. Sportbegeisterte Kinder mit Bezug zu einem Athletiksport, sei es Leichtathletik oder Turnen, und einem Ballsport können es deshalb auch später noch zur SG Pilatus schaffen»
SG Pilatus U15-Elite
Die U15 Elite-Junioren konnten sich zum Schweizermeister küren. Dieser Titel gegen die Kadetten Schaffhausen war eher überraschend, verloren sie doch die beiden Hauptrundenspiele und das erste Finalduell gegen diesen Gegner. Im Final-Rückspiel in Schaffhausen dominierte die SG Pilatus und konnte den drei Tore Rückstand aus dem Hinspiel aufholen. Für Michael Draca, Trainer der U15, war der Sieg in der Finalserie hochverdient. «Die Schaffhauser hatten starke Einzelspieler, die eine Partie allein entscheiden können. Wir traten dafür im entscheidenden Spiel als kompaktes starkes Team auf.» Er erzählt, dass er im letzten Finalspiel als Coach kaum gebraucht wurde, weil die Spieler das allein im Griff hatten. «Wir sprechen hier von 14-Jährigen, die solidarisch und fokussiert spielten und alles dem Teamerfolg unterordneten. Die Jungs machten im Verlauf der Saison einen bemerkenswerten Schritt nach vorne.» Diese Entwicklung erfüllt Michael Draca mit Stolz. «Ich bin sehr gerne Juniorentrainer, weil ich die jungen Spieler bei ihren wichtigen Entwicklungsschritten begleiten kann. Es ist Jugendarbeit und die Beweggründe sind ganz andere als im Profi-Handball.»
Michael Draca wird als Trainer in die U17 aufsteigen und somit die gleichen Spieler wieder trainieren, weil die gesamte U15 eine Stufe aufsteigen wird. Zudem wird er die U19 übernehmen. Neuer U15 Trainer wird sein Landsmann Maximilian Holly, der in Österreich als kompetenter Ausbildner grosse Erfolge feiern konnte. Die U15 Junioren trainieren vier- bis sechsmal pro Woche. Es sind vier Handballeinheiten plus zwei Athletik-Trainings für die Sportschüler. Die Nicht-Sportschüler machen die Krafteinheiten zusätzlich an den Trainingstagen.
SG Pilatus U17-Elite
Mit zwei deutlichen Siegen gegen die HSG Nordwest holte auch der zweitälteste Juniorenjahrgang der SG Pilatus den Schweizermeistertitel in die Innerschweiz. Es waren zwei deutliche Siege in den beiden Finalspielen. Die U17 kassierte während der gesamten Saison 2025/26 keine einzige Niederlage. Trainer der U17-Elite war Christian Meier. «Die Mannschaft definierte den Meistertitel als ihr Saisonziel, während mein persönliches Ziel die Entwicklung der Spieler war. Umso schöner, wenn beide Ziele aufgehen.»
Aus dem U17-Team wechseln zwei Feldspieler direkt in die NLB zu Handball Emmen und überspringen die U19. Zudem werden je ein Torhüter bei Handball Emmen und beim BSV Stans in die NLB als dritte Torhüter Erfahrungen sammeln können. «Die Spieler haben im Verlauf der Saison einen grossen Schritt gemacht, auch in der körperlichen Entwicklung.» Die U17 wird als ganzes Team in die U19 aufsteigen. Dadurch wird ein jüngerer Jahrgang, als reglementarisch möglich ist, in der U19-Elite spielen. Mit diesem angepassten Vorgehen wird der besseren individuellen Entwicklung der Spieler Rechnung getragen. In der SG Pilatus ist man sich bewusst, dass die U17 in der nächsten Saison wahrscheinlich im guten Mittelfeld und nicht im Kampf um den Meistertitel anzutreffen sein wird. Trainiert wird viermal pro Woche in der Halle in unterschiedlichen Konstellationen, weil einige Junioren bereits mit der U19 oder den Sportschüler trainieren. Zudem werden drei Junioren ihre Einheiten unter der Woche in der Akademie im OYM absolvieren. Neuer Trainer wird Michael Draca sein. Christian Meier wird Geschäftsführer der SG Pilatus und kein Team mehr betreuen. Für die Mitentwicklung der Junioren und die Begleitung der neuen Trainer wird er aber weiterhin mehrmals wöchentlich in der Trainingshalle sein.
SG Pilatus U19-Elite
Die von Nik Tominec trainierte U19-Elite konnte sich im Final gegen Pfadi Winterthur ebenfalls den Meistertitel sichern. Der Titel war verdient, auch wenn es im Final-Rückspiel in der Pilatus Arena noch einmal knapp wurde. Das Polster von 9 Toren reichte schlussendlich aber, um die Meistertrophäe vor rund 1000 Zuschauern in der Pilatus Arena in die Höhe stemmen zu können. Bei der U19-Elite handelt es sich um die älteste Juniorenstufe, danach folgt der Übertritt in eine Aktivmannschaft, im Optimalfall zum HC Kriens-Luzern in die QHL.
Für Nik Tominec ist es eine Stärke der Organisation, dass die SG Pilatus und das QHL-Team zusammenarbeiten. In der vergangenen Saison war nicht nur Nik Tominec als Sportchef in der QHL und als Trainer in der SGP engagiert, sondern auch der verletzte Nationalspieler Jonas Schleker, der ihn in der U19 assistierte. Den umgekehrten Weg nahm Michael Draca, der als U15 Trainer auch den Posten als Assistenztrainer von Thomas Zimmermann in der QHL innehatte. Zudem war Christian Meier ausser bei der U17 auch Trainer bei Handball Emmen in der NLB. Nik Tominec sieht darin Win-Win-Situationen. «Die Arbeit mit den Junioren macht grossen Spass und als Trainer bekomme ich die Empfindungen der jungen Spieler mit. Diese Erfahrungen haben mir als Sportchef sehr geholfen.» Die Kombifunktion wird für ihn zeitlich nicht mehr möglich sein. Dennoch wird er regelmässig an den Trainings und Spielen anzutreffen sein. «Ich möchte als Sportchef selbst sehen, wer sich für höhere Aufgaben anbietet.»
Michael Draca ist der neue Tainer der U19. Das Team wird aus Spielern mit dem jüngeren Jahrgang zusammengestellt, wie es das neue Konzept für die U19 und U17 vorsieht. «Die im Vergleich zu den Gegnern jüngeren Spieler sollen sich an die höhere Pace und die grössere Körperlichkeit der Jahrgangsälteren gewöhnen.» Er betont, dass es für die Junioren trotzdem sehr wichtig ist, dass sie auch gewinnen. «Von Niederlagen hat man nur dann etwas gelernt, wenn man danach gewinnt. Nur Siege bringen Sieger hervor.» Er will mit der U19 trotz des neuen Konzepts möglichst an der Tabellenspitze mitspielen.
Bericht: Martin Kaufmann



