Nach drei Unentschieden in Folge und der zuletzt sehr überzeugenden Leistung gegen die Kadetten Schaffhausen waren wir top motiviert, den favorisierten Drittplatzierten aus Zürich zu ärgern. Der Fokus in der vorhergegangenen Trainingswoche war daher umso grösser, was sich positiv auf die Trainingsqualität auswirkte.
So gingen wir von Anfang an mit breiter Brust ins Spiel und stellten eine sehr kompakte Abwehr. Die Zürcher hatten Mühe, die spielerische Qualität, welche sie gewöhnlich auszeichnet, abzurufen. Es gelang uns, ihren Spielrhythmus zu stören und wir konnten sie mehrmals in schlechte Wurfpositionen zwingen oder sie zu technischen Fehlern veranlassen. So stand es nach einer Viertelstunde 5:5. Es folgte eine kleine Schwächephase unsererseits in der wir es verpassten, einfache Tore zu schiessen. GC Amicicia bestrafte uns sofort und konnte mit drei Toren davonziehen, was vor allem der starken Phase ihres Torhüters zu Grunde liegt. Diesem Lauf konnten wir bis zur Pause kein Ende setzen – es resultierte ein 10:14 nach 30 Minuten.
Die letzten 10 Minuten der ersten Halbzeit sassen in unseren Köpfen, eine gewisse Ratlosigkeit war spürbar. Die Pausenanalyse kam da sehr gelegen. Jeder Spieler konnte sich nochmals neu sammeln und sich auf seine Aufgaben konzentrieren. Danach beendeten wir die zehnminütige Pause im geschlossenen Kreis mit einem lauten „ooond loooos!!!“
Und wie es losging! Bereits nach sechs Minuten war der Pausenrückstand von vier Toren wettgemacht. Es gelang uns sofort, durch eine aggressive Abwehr und unseren überragenden Torhüter Franz Schnyder (Abwehrquote 53%) das Tor zu verriegeln und schnelle Konter zu setzen. Auch war unser Angriffsspiel viel souveräner. Wir spielten die Auslösungen geduldig zu Ende und konnten den am besten positionierten Spieler in den Abschluss bringen. Ab der 45. Spielminute folgte unsere beste Phase des Spiels. Es gelang uns, innert fünf Minuten von einem Unentschieden auf fünf Tore davonzuziehen. Die Zürcher wurden sichtlich überrollt und verloren den Faden. Trotzdem schafften sie es, mit grosszügiger Mithilfe unsererseits, noch einmal auf zwei Tore heranzukommen. Die Spannung war enorm und die Fehler häuften sich im Sekundentakt. Eine Minute vor Schluss, beim Spielstand von 25:24, legte unser Trainer die „grüne Karte“ auf den Tisch. Folglich besprachen wir die letzte Angriffsauslösung und nutzten die Zeit, uns noch etwas zu erholen. Nur wenige Sekunden nach dem Time-out folgte die Erlösung, als Timo Baumann mit dem 26:24 alles klar macht.
Die Equipe der SG Pilatus hat bewiesen, dass sie mit kompletter Besetzung fähig ist, gegen jedes Team dieser Liga zu bestehen. Bereits in zwei Wochen soll der positive Lauf in Winterthur fortgesetzt werden.
Bericht: Roy Bucher



